Mitarbeitende motivieren, geht das?

Führungskräfte stellen sich immer wieder die Frage, wie Sie Ihre Mitarbeitenden motivieren können. Geht das überhaupt? Sollten Mitarbeitende nicht intrinsisch motiviert sein?


Ja, sollten sie. Ohne intrinsische Motivation arbeitet niemand wirklich gerne und folglich auch nicht zum Nutzen einer Organisation. Führungskräfte können aber eine ganze Menge dafür tun, diese intrinsische Motivation zu erhalten oder sogar zu fördern. Um zu verstehen wie, müssen wir einen Abstecher in die Arbeits- und Motivationspsychologie machen.


Motive entspringen physischen oder psychologischen Bedürfnissen, die wir zu befriedigen versuchen. Es geht dabei meistens um einen Mangel, den wir mit einem bestimmten Verhalten zu beseitigen versuchen. Wenn der Mangel behoben resp. das Bedürfnis befriedigt ist, erleben wir einen Zustand der Sättigung.


Es gibt vier psychologische Grundbedürfnisse, die wir Menschen auch am Arbeitsplatz zu befriedigen versuchen:

  1. Das Bedürfnis nach Lustgewinn resp. Unlustvermeidung: z.B. ein Aufgabengebiet, das unseren Fähigkeiten und Neigungen entspricht

  2. Das Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle: z.B. Klare Ziele und Regeln sowie Gestaltungsspielraum

  3. Das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit: z.B. eine gute Beziehung zu den Teamkollegen oder zum Chef

  4. Das Bedürfnis nach Selbstwerterhaltung resp. -Erhöhung: z.B. Anerkennung, Beförderungen, Weiterentwicklungsmöglichkeiten etc.

Welche dieser Bedürfnisse wie wichtig sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es ist deshalb Aufgabe der Führungskraft herauszufinden, wonach ein Mitarbeitender strebt.

Und er sollte versuchen Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Befriedigung der dieser Bedürfnisse möglich ist. Für den einen sind vielleicht Weiterbildungsmöglichkeiten extrem wichtig, während für den anderen klare Vorgaben und Ziele essentiell sind, um gute Arbeit leisten zu können.


Allerdings ist es nicht immer so einfach, die wahren Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden herauszufinden, denn diese sind mitunter dem Mitarbeitenden selber nicht bewusst. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn der Vorgesetzte durch Beobachtung von Verhalten oder durch Nachfragen versucht, den Bedürfnissen auf den Grund zu gehen. Jeder Mensch kann seine wichtigsten psychologischen Bedürfnisse zwar eine Weile unterdrücken - jedoch nicht auf Dauer, denn unterdrückte Bedürfnisse agieren als Saboteure und führen zu Unzufriedenheit, Misserfolg oder sogar Kündigungen.


Und das will keiner. Als Führungskraft kannst du also eine ganze Menge dafür tun, dass deine Mitarbeitenden motiviert sind und bleiben. Du musst es nur tun!


Herzlich, Susanne




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