Mitarbeitende verlassen den Chef, nicht die Firma

Aktualisiert: Apr 6

Die Vorfreude und Erwartungen sind hoch, wenn ein Mitarbeitender eine neue Stelle antritt, wurde ihm im Vorstellungsgespräch doch so einiges versprochen: viel Gestaltungsspielraum, spannende Projekte, Work-Life-Balance und was noch. Endlich scheint man gefunden zu haben, was man sucht.


Gross die Ernüchterung jedoch bei vielen, wenn sie nach ein paar Monaten feststellen, dass die Projekte nicht ganz so spannend sind wie versprochen, dass man für jede Entscheidung den Chef fragen muss und man obendrauf auch noch ständig unbezahlte Überstunden schiebt. Diverse Studien haben gezeigt, dass Mitarbeitenden unter anderem deshalb kündigen, weil der Ausgleich für Überstunden in Form von Freizeit oder Lohn fehlt, weil das Arbeitsklima schlecht ist, sie zu wenig Feedback bekommen oder der Leistungsdruck zu gross ist.


Noch grösser wird der Frust, wenn der Vorgesetzte nicht wahrnimmt, was für den Mitarbeitenden alles nicht stimmt.

Manch eine Kündigung könnte vermieden werden, wenn der Chef bereit gewesen wäre, gut hinzuhören: Was genau demotiviert den Mitarbeitenden? Und was gefällt ihm an seiner Arbeit? Motive sind individuell, und es ist deshalb Aufgabe des Vorgesetzten, diese herauszufinden – und wenn möglich Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Mitarbeitenden motivieren. Wenn sich Mitarbeitende von ihrem Vorgesetzten wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen, bleiben sie dem Unternehmen länger treu und leisten bessere Arbeit.


Der meist genannte Kündigungsgrund ist deshalb mangelhaftes Verhalten des Chefs -

wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup gezeigt hat: Der Job kann noch so toll sein, wenn das Verhältnis zum Vorgesetzten nicht stimmt, ist die Kündigung nicht mehr weit. Zu den häufigsten Fehlern, die Vorgesetzte machen können, zählen mangelhafte Kommunikation, fehlendes Feedback, zu hoher Zeit- und Leistungsdruck sowie taube Ohren für die Anliegen der Mitarbeitenden.


Gerade in Zeiten von Home Office ist die Gefahr gross, seine Mitarbeitenden aus den Augen zu verlieren. Wenn du Mitarbeitende führst, frage sie deshalb regelmässig, was sie beschäftigt, was sie motiviert und was sie frustriert. Und gib’ Ihnen Feedback sowie Anerkennung für ihre Arbeit. Sie werden es dir danken – mit guter Arbeit, Commitment und Loyalität.




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